Vorbilder gibt es viele, manche für einzelne Aktivitäten in einer Sportart, manche für eine technische oder künstlerische Kompetenz. Aber nur wenige Vorbilder bleiben einem aufgrund ihrer Menschlichkeit und Größe auch im Herzen – ein solches ist Walter Laimgruber, der uns vergangenen Donnerstag für immer verlassen hat.
Walter durchlief eine Feuerwehrkarriere vom aktiven Mitglied der Feuerwehr Amras als Gruppenkommandant, Kommandantstellvertreter, Kommandant bis zum Bezirks-Feuerwehrkommandantstellvertreter und von 2011 – 2017 als Bezirks-Feuerwehrkommandant unseres Bezirks-Feuerwehrverbandes Innsbruck-Stadt. Walter war dabei immer bereit, sich einer neuen Aufgabe zu stellen und diese dann auch zur Gänze auszufüllen. Halbe Sachen waren nicht das seine. Das besondere aber war seine gemütliche, hemdsärmelige Art, mit der er Aufgaben erledigte und damit sehr erfolgreich war. Konzeptpapiere, Protokolle, unzählige Besprechungen und Sitzungen und vieles heutzutage oft aufgeblähte brauchte er nicht. Man besprach etwas direkt und wusste, dass das, was ausgemacht war, so dann auch funktionierte. „Das geht schon so“ war seine unkomplizierte Einstellung.





Und am liebsten begann er solche Gespräche mit Telefonaten bereits am frühen Morgen. Die führte er mit jedem, den er brauchte, vom Mitglied seiner Feuerwehr über Feuerwehr-Funktionäre bis zum Bürgermeister oder zur Bürgermeisterin und zum Landeshauptmann. Gerade die Verbundenheit zu Herwig van Staa, Hilde Zach und Christine Oppitz-Plörer mit den für die Feuerwehren zuständigen Vizebürgermeistern und Stadträten wie Norbert Wimmer, Marie-Luise Pokorny-Reiter, Christoph Platzgummer und Christoph Kaufmann waren ein Gewinn für die Stadt und das Feuerwehrwesen. Überhaupt war Walter einer, der gerne etwas sofort durchführte, sofort telefonierte, sofort zu einem Ergebnis kam, als dass vieles im ewigen Kreis herumgeschrieben wurde.
Walter wurde dabei immens vertraut. Politische Amtsträger in Stadt und Land in all den Jahren seiner Funktionstätigkeit kannten ihn, schätzten ihn und eben vor allem glaubten ihm. Wenn Walter mit einem „Bettel“ kam, dann hatte sein Anliegen nicht nur einen ehrlichen Grund und feuerwehrtechnische Plausibilität, sondern meistens auch schon einen umsetzbaren Lösungsvorschlag. Der dann meist relativ zügig auf politischer Seite umgesetzt wurde. Und ja, dabei schaffte er es dann doch auch immer wieder mit seiner charmanten Bauern-Schlauheit und mit einem freundlichen Grinser unter vier Augen noch etwas mehr zu bekommen, und damit auch für eine Weiterentwicklung zu sorgen.






Moderne Entwicklungen in der Ausbildung wie die Technische Leistungsprüfung, die Atemschutz-Leistungsprüfung, die Heißausbildungen im Lande und in Bayern, Fahrtechniktrainings förderte und unterstützte er gerne. In seiner Zeit als Bezirks-Feuerwehrkommandant verhandelte er auch die einheitenweise Umstellung auf die neuen Einsatzuniformen. Das Fahrzeugkonzept wurde weiterentwickelt und der Neubau der Wache Wilten wie auch der Umbau der Berufsfeuerwehr konnten realisiert werden. Vor allem war ihm die Feuerwehrjugend, die unter seiner Kommandantschaft auch bei der Feuerwehr Amras begann, auch im Bezirk ein großes Anliegen. Die jungen motivierten Burschen und Mädchen waren ihm wichtig, bei jeder Veranstaltung war er dabei und zeigte ihnen seine Wertschätzung.
In seinen Jahren als Bezirks-Feuerwehrkommandant war aus Platzgründen und diversen Baustellen auf der Hauptfeuerwache kein Platz mehr für ein eigenes Bezirksbüro, wie wir es heute nach den Um- und Zubauten wieder haben. Das Bezirksbüro aber existierte auf seine Art weiter – in seiner Stube und seinem Gartenhaus traf man sich in geselliger, aber sehr produktiver Atmosphäre. Und seine Evi sorgte dabei immer für die ausgezeichnet Verpflegung. Und daneben gab es für den Bezirksausschuss jahrelang ein Jour-Fixe am Samstag Vormittag im Cafe eines Großhandelshauses in seiner Nähe.






Walter bleibt als Vorbild, nicht nur mit seinem Fachwissen und seiner Art, einen Bezirks-Feuerwehrverband mit einer Berufsfeuerwehr, damals noch einer Betriebsfeuerwehr und zehn Freiwilligen zu führen. Für ihn war es immer wichtig, die Berufsfeuerwehr neben den FFs gleichwertig zu unterstützen und so war er auch oft und gerne in der Hauptfeuerwache.
Walter bleibt aber eben auch als menschliches Vorbild mit seiner Art, die Kameradschaft groß zu halten und auch den einzelnen nicht zu vergessen. Anrufe ohne Feuerwehr-Hintergrund, wo man sich über privates unterhielt, waren da ebenso normal wie sein persönlicher Rat und seine Meinung, wenn man ihn fragte. Dafür nahm er sich gerne Zeit. Und er nutzte jede Gelegenheit bei Bällen und Festen bei seinen Kameradinnen und Kameraden zu sein. So konnte es passieren, dass er trotz Ball in Amras mal kurz einen Abstecher zum Ball in Wilten machte. Oder mehrere Feste hintereinander besuchte. Und in Amras bleibt er als Unsinnigen-Obmann mit seinen humorvollen Versteigerungen wohl allen, die jemals dabei waren, in netter Erinnerung. Oder wenn er Fußballturniere, Ski- und Rodelrennen organisierte oder die damals noch durchgeführten weiter entfernten Bezirksausflüge. Das Erkunden war da manchmal länger als der spätere Ausflug. Nicht zu vergessen, dass er immer Humor in diese Runden reinbrachte. Walter konnte zwar nachdenklich und wohlüberlegt sein, aber die meisten werden ihn immer nur mit seinem freundlichen Lächeln und seinen netten Worten erlebt haben.









Und wenn am Ende nur mehr die Erinnerungen in unseren Gedanken und in unseren Herzen bleiben, so sind es viele, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden und uns an sein Wirken erinnern werden.
Danke Walter für deine Freundschaft, deine Kameradschaft und dein so großes Engagement für deinen Bezirksausschuss, deine Feuerwehren und sicherlich auch für die Stadt und das Land.
Und wenn wir, so wie du es oft gesagt hast, zum Schluss noch einen „Bettel“ haben dürfen, dann dass wir es schaffen, den Weg auch in deinem Sinne weiterzugehen als eine große Feuerwehrfamilie.


