61. Bezirksfeuerwehrtag

Am 3. Juni 2026 fand im Lehrsaal der Berufsfeuerwehr Innsbruck der 61. Bezirksfeuerwehrtag des Bezirksfeuerwehrverbandes Innsbruck-Stadt statt. Der ursprünglich für den 24. April geplante Bezirksfeuerwehrtag wurde aufgrund des Ablebens unseres Bezirks-Feuerwehrkommandanten a.D. Walter Laimgruber verschoben.

Bezirks-Feuerwehrkommandant OBR Helmut Plank konnte zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Feuerwehrwesen und den Partnerorganisationen begrüßen. Unter ihnen befanden sich Landesfeuerwehrkurat Anno Schulte-Herbrüggen, Feuerwehrkurat Mons. Helmut Gatterer, Landesrätin Astrid Mair BA MA, Bürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber B.Sc., Stadträtin Mag. Mariella Lutz, Landesfeuerwehrinspektor Ing. Rene Staudacher, der Leiter der Landesfeuerwehrschule Dipl.-Ing. Georg Waldhart sowie Branddirektor Mag. Helmut Hager. Ebenso folgten die Ehrenmitglieder des Bezirksfeuerwehrverbandes Bezirkskassier a.D. Werner Forster, LFI a.D. Alfons Gruber, BD-Stv. a. D. Siegfried Nalter und BFK a.D. Albert Pfeifhofer der Einladung. Darüber hinaus konnte BFK Plank die Inspektions- und Bereitschaftsoffiziere der Berufsfeuerwehr, Vertreter des Stadtpolizeikommandos, des Roten Kreuzes Innsbruck, der Wasserrettung, des Arbeiter-Samariter-Bundes Innsbruck, des Amtes Allgemeine Sicherheit der Stadt Innsbruck sowie Vertreter aller acht weiteren Tiroler Bezirksfeuerwehrverbände begrüßen. Mit 47 von 50 Delegierten war die Beschlussfähigkeit gegeben.

Vor dem Totengedenken, gestaltet von Landesfeuerwehrkurat Anno Schulte-Herbrüggen und Feuerwehrkurat Msrg. Helmut Gatterer, wurde für die verstorbenen Mitglieder eine Gedenkkerze entzündet.

In seinem Bericht blickte BFK Helmut Plank auf das vergangene Jahr zurück. Die Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks verfügten im letzten Jahr über 767 Mitglieder, darunter 549 Aktive, 72 Mitglieder der Feuerwehrjugend und 129 Mitglieder der Reserve. Die beiden Betriebsfeuerwehren zählten weitere 115 aktive Mitglieder. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 438 Einsätze, rund 600 Übungen sowie etwa 2.000 sonstige Tätigkeiten geleistet. Bemerkenswert war dabei, dass die Freiwilligen Feuerwehren erstmals häufiger zu Brandeinsätzen als zu technischen Hilfeleistungen alarmiert wurden.

Der größte Einsatz des vergangenen Jahres war der Waldbrand in Hötting vom 27. bis 30. Dezember 2025. Rund 280 freiwillige Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk leisteten dabei insgesamt etwa 2.400 Einsatzstunden. Zusätzlich stand die Berufsfeuerwehr mit einem Großaufgebot im Einsatz. Unterstützt wurden die Kräfte vor Ort durch Feuerwehren aus anderen Bezirken, das Rote Kreuz Innsbruck bei Verpflegung und Erste-Hilfe-Leistungen sowie am ersten Einsatztag durch die Bergrettung. Insgesamt standen vier Hubschrauber – zwei des Bundesheeres und zwei des Innenministeriums – im Einsatz. Gleichzeitig stellte dieser Waldbrand die erste Bewährungsprobe für das neu gestaltete Einsatzleitfahrzeug sowie die gemeinsame Besatzung aus Kräften der Freiwilligen Feuerwehr und Berufsfeuerwehr dar. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in Zukunft in die Weiterentwicklung eingearbeitet, sei es auf dem Sektor von Schulungen, bei der EDV und auch beim Fahrzeug.

Neben dem Einsatzgeschehen wurden mehrere organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Die FF Neu-Arzl wurde als Peripherie-Feuerwehr in das Alarmierungskonzept eingebunden. Zudem wurde die Alarmierung des Drohnenstützpunktes überarbeitet und eine neue Bereitschaftsstruktur der beiden Drohnen-Feuerwehren Amras und Arzl abgestimmt sowie die kombinierten Lageführung und Feuerwehr-Einsatzleitung neu organisiert. Sämtliche Maßnahmen werden immer wieder evaluiert und bei Bedarf angepasst.

Im vergangenen Jahr konnten mehrere Fahrzeuge in Dienst gestellt werden. Die FF Hötting erhielt ein neues Lastfahrzeug sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug und die FF Amras ein neues Kommandofahrzeug. Bei der Berufsfeuerwehr wurden ein Wechselladefahrzeug-Kran, ein neues Boot sowie ein neues Einsatzleitfahrzeug für den Bereitschaftsoffizier in Dienst gestellt.

Im Rahmen des Bezirksfeuerwehrtages konnte eine neue Trümmerkamera an die FF Mühlau als Standortfeuerwehr der Technischen Ortung übergeben werden. Die in Tirol einzigartige Spezialausrüstung im Wert von rund 18.000 Euro konnte größtenteils aus Mitteln des Katastrophenfond des Landes Tirol finanziert werden, weitere 4.000 Euro stellte die Stadt Innsbruck zur Verfügung. BFK Plank bedankte sich ausdrücklich beim Land Tirol und der Stadt Innsbruck für die Unterstützung des Feuerwehrwesens – insbesondere in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.

Anschließend gab BFK Plank einen Ausblick auf die laufenden und bevorstehenden Projekte des Bezirks. In seinen Schlussworten dankte er dem gesamten Bezirkskommando, den Sachgebietsleitern, den Kommandanten, deren Kommandos und den Funktonären in den Einheiten für die ausgezeichnete Zusammenarbeit sowie den Verantwortlichen der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol für die gute Unterstützung und das offene Ohr für die Anliegen der Feuerwehren.

Nach dem Bericht des Kommandanten informierte BFK-Stellvertreter Josef Liebl über die Aktivitäten der Feuerwehrjugend.  Höhepunkt des Jahres war die Ausrichtung des Landes-Feuerwehrjugend-Leistungsbewerb durch die FF Arzl. Liebl bedankte sich stellvertretend beim Kommando der Feuerwehr Arzl für die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten. Besonders erfreulich war, dass die Bewerbsgruppe der FF Arzl vor heimischem Publikum den Landessieg erringen konnte. Aber auch die Ausbildung und der Spaß kamen das ganze Jahr über nicht zu kurz. Anfang September fand das 2. Bubble-Soccer-Turnier statt. Wenige Wochen später fand ein bezirksweiter Übungstag mit verschiedenen, alltäglichen, Szenarien – vom Verkehrsunfall bis zum Flächenbrand – statt. Im Dezember nahm die Jugendfeuerwehr das Friedenslicht entgegen und verteilte es an die Feuerwehren und die Bevölkerung in den Stadtteilen. Nach intensiven Vorbereitungen konnten die Jugendlichen im März konnten ihre Fähigkeiten beim Wissenstest unter beweis stellen. Am Ende des Tages konnte dort die weiße Fahne gehisst werden. Damit die Sicherheit der Jugendlichen bei ihren Übungen auch in Zukunft gegeben ist, wurden im Frühjahr neue Helme beschafft und an die Jugendgruppen übergeben.

BFK-Stv. Liebl bedankte sich bei allen Verantwortlichen für ihren persönlichen Einsatz und bei allen finanziellen Trägern für ihre Unterstützung.

Bezirkskassier Klaus Weingartner präsentierte anschließend den Kassabericht für das abgelaufene Rechnungsjahr und erläuterte die wesentlichen Einnahmen- und Ausgabenpositionen des Verbandes. HBI Alois Muglach berichtete stellvertretend für die Kassaprüfer über eine ordnungsgemäße Gebarung ohne Beanstandungen und stellte den Antrag auf Entlastung des Bezirkskassiers sowie des gesamten Ausschusses. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

In seiner Ansprache blickte BD Helmut Hager auf das vergangene Jahr zurück. So rückten Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren zusammen zu rund 3.000 Alarmeinsätzen aus. Neben dem Einsatzbetrieb wurde der Fuhrpark der Feuerwehr modernisiert und Bauprojekte wie etwa der Zubauten in Hötting und Neu-Arzl umgesetzt werden. Zudem erfolgte der lang ersehnte Spatenstich für den Neubau der Feuerwehr Hungerburg.

Ein weiterer Höhepunkt des Bezirksfeuerwehrtages war die Ehrung verdienter Mitglieder. Verdienstmedaille BFV in Bronze:

  • HLM Michael Felicetti – FF Mühlau
  • HV Ing. Sebastian Fellner – FF Amras
  • HV Michael Trenkwalder – FF Amras

Verdienstmedaille BFV in Silber:

  • HV Martin Appler – FF Neu-Arzl
  • HLM Florian Lassenberger – FF Arzl
  • HV Mia Lawton – FF Mühlau

Verdienstmedaille BFV in Gold

  • OBI Ing. Christoph Larcher – FF Arzl
  • HLM DI Alexander Schuh – FF Amras

Verdienstzeichen des LFV, Stufe III/Silber

  • HBI Dr. Alois Muglach
  • BV Mag. Markus Strobl

Verdienstzeichen des ÖBFV Stufe III

  • FKUR Cons. Msrg. Helmut Gatterer Für 46 Jahren Tätigkeit als Feuerwehrkurat der FF Wilten und überall, wo er gebraucht wurde

Nach den Grußworten der Ehrengäste sowie der Vertreter der Partnerorganisationen klang der 61. Bezirksfeuerwehrtag bei einem gemeinsamen Abendessen und kameradschaftlichen Gesprächen aus.

📷Bilder:
© BFV-I/ M. Dworschak
© BFV-I/ C. Larcher