Am vergangenen Mittwoch versammelten sich 17 Führungskräfte und Ausbilder auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr, um ihr Wissen über eines der wichtigsten Löschmittel der modernen Brandbekämpfung zu vertiefen. Unter der Leitung von Ricardo Stauder, Ausbildungsoffizier der Berufsfeuerwehr Innsbruck, stand der strategische Einsatz von Schaum- und Netzmitteln im Fokus. Ein Thema, welches weit mehr erfordert als bloßes „Draufhalten“ mit den Strahlrohren.



Theorie trifft auf Praxis
Nach einem kompakten Theorie-Update zu den aktuellen Einsatzregeln ging es in den Hof der Berufsfeuerwehr. Hier wurde anschaulich demonstriert, warum die Wahl des richtigen Schaums und die richtige Technik über den Einsatzerfolg entscheiden.
In Modellversuchen wurden die Wirkungen verschiedener Schaum- und Netzmittel sowie verschiedener Aufbringtechniken bei unterschiedlichen Untergründen und Flüssigkeiten demonstriert. Die Versuche zeigten eindrucksvoll, wie die Beimischung eines Netzmittels die Oberflächenspannung des Löschwassers verringert oder wie wichtig die Wahl des richtigen Schaummittels ist, damit dieses nicht mit der brennbaren Flüssigkeit reagiert und sich der Schaum so zerstört. Abschließend wurden noch verschiedene Aufbringtechniken wie das Aufschieben oder das Aufregnen demonstriert. Der herrschende Föhnwind zeigte dabei eindrucksvoll wie empfindlich Löschschaum auf solche Winde reagiert.


Innovatives Training minimiert Umweltbelastung
Nach den Versuchen hatten die Teilnehmen die Möglichkeit die Lerninhalte mit Hilfe eines neu angeschafften Trainingssystems im Modellversuch bei einem realen Treibstoffbrand in die Praxis umzusetzen. Der Clou: Die verkleinerten Schaumrohre ermöglichen weitgehend denselben Lerneffekt wie eine reale Übung, reduzieren jedoch den Verbrauch an Schaummittel und die Umweltbelastung auf ein Minimum.
Abgerundet wurde der Abend durch die Präsentation eines neuen Zumischsystems für die Beimischung des alkoholbeständigen Schaummittels. Die Beschaffung wurde notwendig, da fluorfreie, alkoholbeständige Schaummittel deutlich dickflüssiger sind, als die sonst verwendeten Mehrbereichs-Schaummittel und daher nicht mit der vorhandenen Technik zugemischt werden können.
Ein herzlicher Dank gilt Ausbildungsoffizier Ricardo Stauder und den Spezialisten der Berufsfeuerwehr für die Vorbereitung und Durchführung dieses lehrreichen Schulungsabends und der Möglichkeit die Theorie mit der Praxis zu verbinden.
Bilder: © BFV-I/Dworschak

